Sommerprognose 2026

Nach der alljährlichen Winterprognose hat unser Saalfeldner Wetterspezialist, Herr Hofrat Dipl.Ing Nöbl, wieder eine langfristige Vorhersage für den heurigen Sommer erstellt. 

 

2026 - ein Blühjahr und Trockenjahr
Alle Laubbäume und auch die Obstbäume blühen heuer zum Teil extrem stark. Aber auch die Fichte blüht, die einen starken Einfluss auf das Sommerwetter ausübt. Durch die Blüte ist der frische Austrieb vermindert und damit auch die Verdunstung durch die Bäume. Der Sommerniederschlag kommt nur zur Hälfte vom Atlantik oder vom Mittelmeer. Die andere Hälfte wird durch die örtliche Verdunstung produziert. Wenn aber die Bäume weniger verdunsten, vermindert sich der Niederschlag und auch die Gewitter sind nicht so ergiebig. Durch den geringeren Winterniederschlag ist der Oberboden trockener und wärmer. Die Esche als Flachwurzler treibt daher früher aus (Esche vor Eiche - große Bleiche - zum Unterschied zu Eiche vor Esche - große Wäsche).


Die Phänologie befasst sich mit der Vegetationsentwicklung. Durch den Klimawandel ist die Vegetationsentwicklung derzeit im Frühjahr genau 14 Tage früher als vor 50 Jahren. Die damalige Entwicklung auf 400 m Seehöhe liegt heute auf 800 m. Der Pinzgau ist zum Mostviertel geworden. Das Mostviertel im westlichen Niederösterreich auf 400 m entspricht derzeit am besten den klimatischen Verhältnissen im Pinzgau auf 800 m Seehöhe. Alle Obstsorten, auch späte, gedeihen hervorragend und sind ertragreich. Die gesamte Landwirtschaft profitiert von der längeren Vegetationszeit.


Rasen oder Blumenwiese
Ein schöner Rasen ist für Bienen eine Wüste. Der ärgste Bienenfeind ist der Mähroboter, er lässt keine einzige Blüte aufkommen. Wenn man für die Bienen etwas Gutes tun will, dann mäht man den Garten erst nach dem Abblühen des Löwenzahns. Dadurch stehen alle Frühlingsblumen den Bienen zur Verfügung. Diese Blumen vermehren sich auch stark, weil sie Nährstoffe in den Wurzeln und Knollen für das nächste Jahr speichern können. (Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse, Schlüsselblumen, Veilchen, Gänseblumen, Traubenhyazinthen)


Temperatur und Wetter
Der Vegetationsvorsprung vom März wurde durch kühles Wetter Ende März und teilweise im April wieder verringert, sodass die Obstblüte von Birne und Apfel in die erste Maihälfte fällt (nicht wie im Vorjahr schon im April).

Der Mai verspricht ein schöner Frühlingsmonat zu werden. Die Eismänner gibt es nicht mehr (nur mehr Eisverkäufer!). Spätfröste sind nur mehr im April möglich. Ende Mai wird es schon sommerlich und die erste Heumahd ist möglich.

Der Juni bringt durchschnittlich die meisten Niederschlagstage des ganzen Jahres (18 Niederschlagstage). Heuer werden es weniger sein, aber Mitte Juni (Schafskälte) ist ein starker Schlechtwettereinbruch zu erwarten, mit Abkühlung und hohen Niederschlägen. Die Gefahr von Dürre ist danach nicht mehr gegeben.

Der Juli ist durchschnittlich der niederschlagsreichste Monat des Jahres. Heuer wird es wahrscheinlich nur die Hälfte davon geben. Die Verdunstung durch die Wälder ist infolge der Blüte beeinträchtigt. Die Temperatur liegt im Durchschnittsbereich.

Erst der August bringt die richtige Hitzewelle mit Trockenheit, Gewitter sind nicht ergiebig.

Der September verspricht ein schöner Herbstmonat zu werden, besonders in der zweiten Hälfte ist er noch sommerlich.

Mitte Oktober gibt es den ersten Gruß vom Winter auf den Bergen, aber der Schnee bleibt nicht liegen, denn die erste Novemberhälfte wird nochmals herbstlich werden.

Die Detailprognose für den Sommer 2026

Mai: überdurchschnittlich warm, besonders in der 2. Maihälfte

Juni: Schönwetter und Wärme am Anfang und am Ende, Mitte Juni Abkühlung (Schafskälte) und hohe Niederschläge, die eine Trockenheit verhindern können.

Juli: noch keine Hitzewelle, eher durchschnittliche Temperaturen und auch Niederschläge, besonders Mitte des Monats

August: Hitzewelle und Trockenheit, unergiebige Gewitter

September: schöner Herbstmonat, noch sommerlich bis Ende des Monats

Oktober: durchschnittlich temperiert, nur Mitte Oktober Kälteeinbruch mit erstem Schnee auf den Bergen, der aber bald wieder verschwindet, weil es in der ersten Novemberhälfte nochmals herbstlich werden wird.


Sommerprognose 2026



 Alle Angaben ohne Gewähr! 

©  Hofrat DI Horst Nöbl
Saalfelden,  April 2026