Winterprognose 2025/26

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und es ist sicher für alle interessant, wie der kommende Winter für unsere Region ausfallen wird. Der Saalfeldener Wetterspezialist, Herr Hofrat Dipl.Ing Horst Nöbl, stellte uns wieder seine begehrten Prognosen für die Veröffentlichung zur Verfügung.


Kurzfassung:

Schöner Herbst
Winterbeginn Ende November mit Schneedecke in der Niederung bis Mitte Februar
frühlingshafter März
kalter April

1.) Die Naturbeobachtung:

Pflanzenwachstum: Disteln und Königskerzen erreichten durchschnittliche Höhen, die Schneehöhen werden sich daher ebenso in Grenzen halten.

Waldhonig: Im Jahr 2025 gab es keinen Waldhonig auf Nadelbäumen, aber auch keinen Honigtau auf Laubbäumen (z. B. Ahorn oder Linde). Jene Insekten, die auf den Waldhonig als Nahrungsquelle angewiesen sind, haben sich nicht gut entwickelt. Es gab wenig Wespen und die Ameisenhügel sind nicht gewachsen, beides deutet auf geringere Schneehöhen im darauffolgenden Winter. Durchschnittlich gibt es nur die halbe Schneehöhe gegenüber den Waldhonigjahren.

Pilze: 2025 war ein gutes Eierschwammerljahr, aber Pilze gab es im Gebirge nur in beschränktem Ausmaß sehr frühzeitig (im Juli) und sehr spät (im Oktober). In der Hauptsaison (August–September) war das Pilzwachstum eingeschränkt.


2.) Der 6-7 Jahresrhythmus:

Im Abstand von 6 bis 7 Jahren gibt es meist zwei schneereiche Winter. Wenn man diesen Rhythmus weiter zurückverfolgt, gibt es den 6-jährigen Rhythmus viel häufiger als den 7-jährigen.

1955/1956  (1956: Bodensee zugefroren)
- 7 Jahre
1962/1963  (1963: Bodensee zugefroren)
- 6 Jahre
1968/1969  (1968: Lawinen)
- 6 Jahre
1974/1975
- 6 Jahre
1980/1981  (1981: Lawinen)
- 7 Jahre
1987/1988  (1988: Lawinen)
- 6 Jahre
1993/1994
- 6 Jahre
1999/2000   (1999: Lawinen)
- 6 Jahre
2005/2006   (2006: Schneedruck)
- 7 Jahre
2012/2013
- 6 Jahre
2018/2019  (2019: Schneebruch)
- 6 Jahre
2024/2025

Aus dieser Tabelle ist ersichtlich, dass der letzte Rhythmus mit 6 Jahren am wahrscheinlichsten ist, und somit die beiden Winter 2023/2024 und 2024/2025 schneereich hätten sein sollen. Für 2023/2024 hat es in höheren Lagen gestimmt, in der Niederung gab es Regen. Für 2024/2025 kam der Schneefall zum falschen Zeitpunkt, nämlich schon Mitte September. Die Niederschlagsmenge von 233 mm hätte für eine Neuschneesumme von zwei Metern gereicht, wenn sie im Winter gefallen wäre. So gab es nur ein gewaltiges Hochwasser.

Die Schneehöhen in der Niederung nach den beiden schneereichen Wintern (gilt für 2025/2026) sind gering:
November 0–5 cm; Dezember 0–10 cm; Jänner 5–20 cm; Feber 0–40 cm; März 0–15 cm; Maximum 30–60 cm


3.) Die Prognose:

Der schöne Herbst vom Oktober setzt sich weit in den November hinein fort (allerdings mit vermehrter Nebelbildung). Ende November beginnt der Winter mit Schnee bis in die Niederungen. Die tiefsten Temperaturen des Winters herrschen von Mitte Dezember bis Anfang Jänner, sowie Ende Jänner und Mitte Februar. Die sehr häufig auftretende Singularität des "Weihnachtstauwetters" entfällt daher heuer. Es teilt sich auf: Tauwetter gibt es Anfang Dezember und Mitte Jänner.

Der letzte größere Schneefall erfolgt Mitte Feber, danach geht es dem Frühling entgegen. Schönwetter und überdurchschnittliche Temperaturen bringt der gesamte März.

April und Mai sind das genaue Gegenteil des Vorjahres: Im Jahr 2025 erfolgte die Obst- und Wiesenblüte schon im April, und auch die Bienen haben schon im April den meisten Blütenhonig eingetragen, der Mai war dann total verregnet. 2026 hingegen wird der gesamte April kalt mit teilweise Spätfrösten und Schnee auf den Bergen. Dafür wird der Mai ein Wonnemonat mit teilweise schon Badewetter (keine Eismänner).

Schilauf – Langlauf – Eislauf:
Ab Ende November ist die Schneeerzeugung in folge tiefer Temperaturen möglich. Die neuen Schneekanonen am Ritzen sichern die Langlaufloipen. Durch die erwarteten tiefen Temperaturen im Dezember wird der See abgekühlt, sodass dann im Jänner das Eislaufen ermöglicht wird.


Temperaturprognose Winter 2025/26



4.) Die Detailprognose:

November: Schöner Herbstmonat mit viel Sonnenschein oberhalb des Nebels, Wintereinbruch am Monatsende.

Dezember::  Zu Beginn noch Tauwetter, von Mitte bis Ende des Monats kalt mit Schneefällen, weiße Weihnachten ohne Weihnachtstauwetter.

Jänner:  Kalt mit teilweise Schneefall, aber Tauwetter Mitte des Monats.

Februar:  Zu Beginn Schönwetter, Mitte des Monats markanter Winterrückfall mit Kälte und den letzten Schneefällen in der Niederung, am Ende geht es dem Frühling entgegen.

März: Der gesamte März ist überdurchschnittlich warm mit Schönwetter ohne Rückschläge.

April:  Der gesamte April ist kalt mit viel Schlechtwetter, teilweise Spätfrösten und Schnee im Gebirge.

 

Alle Angaben ohne Gewähr!

©   Dipl.Ing. Horst Nöbl, Saalfelden